... dass das heute noch immer so ist

Kontinuitäten der Ausgrenzung

Author: Heike Rode (page 1 of 7)

VVN-BdA wieder gemeinnützig!

Pressemitteilung: Finanzamt rudert zurück – VVN-BdA ab 2019 wieder
gemeinnützig!
Der erste Schritt ist getan: Über unsere Anwälte erreichte uns heute die Mitteilung des
Finanzamtes für Körperschaften I in Berlin für das Jahr 2019: die VVN-BdA ist wieder
gemeinnützig.
Das ist ein gutes und wichtiges Signal für den Antifaschismus in diesem Land!
Zur Begründung teilt das Finanzamt mit, die Gemeinnützigkeit könne „nach
eingehender Prüfung“ gewährt werden, da die Bundesvereinigung der VVN-BdA im
Jahr 2019 im Verfassungsschutzbericht des bayerischen Geheimdienstes nicht mehr
als „extremistische Organisation“ eingestuft sei. Aufgrund der geänderten Einstufung
stehe der Paragraph 51 der Abgabenordnung der Anerkennung der Gemeinnützigkeit
„nicht im Wege“.
Die VVN-BdA wertet das als Signal, dass die Vernunft siegen wird und wir sind jetzt
zuversichtlich, bald auch eine positive Nachricht für die Jahre 2016-18 zu erhalten.
An dieser Stelle bedanken wir uns schon einmal bei allen, die uns bei dieser schwierigen und langen Auseinandersetzung unterstützt haben! Durch die große
Solidarität, die verstärkte Öffentlichkeit und den lauten Protest von Vielen wurde
deutlich, welche Bedeutung die VVN-BdA in diesem Land bis heute innehat, und dass
Antifaschismus eine breite gesellschaftliche Basis hat.
Gemeinsam sind wir stark!
Für Presseanfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Kontakt:
Hannah Geiger (Pressereferentin VVN-BdA)
presse@vvn-bda.de
Mobil |Mobile +49 (0)178 2785958
Telefon (+49) 030-55579083-4
Telefax (+49) 030-55579083-9

„Asozialität“ und politische Bildung

Sammelband

Kontinuitäten der Stigmatisierung von ,Asozialität‘

Perspektiven gesellschaftskritischer Politischer Bildung

im Springer Wissenschaftsverlag erschienen

Text zum Film hier als pdf

Sogenannte Asozialität und politische Bildung BUCHBEITRAG

 

Sammelband „Solidarisch gegen Klassismus“ erschienen

978-3-89771-296-67Solidarisch gegen Klassismus

Sammelband herausgegeben von Francis Seek und Brigitte Theißl, erschienen im Unrast Verlag

Worum geht es?
Die Klassengesellschaft ist Realität. Umso wichtiger ist es, über Klasse zu sprechen, gemeinsam Klassenkämpfe zu organisieren und gegen Klassismus aktiv zu werden.Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund von Klassenherkunft oder Klassenzugehörigkeit und begrenzt den Zugang zu Wohnraum, Bildungsabschlüssen, Gesundheitsversorgung, Macht, Teilhabe, Anerkennung und Geld.Mit Solidarisch gegen Klassismus liegt ein erster deutschsprachiger Sammelband zum Thema vor. Die Bandbreite der 26 Texte reicht von aktivistischen Erfahrungen über theoretische Diskussionen bis hin zu persönlichen Essays. Manche sind wütend, andere eher fragend, viele persönlich, einige nüchtern beschreibend oder analytisch, andere poetisch. Die Beiträge diskutieren Strategien gegen Klassismus in politischen Zusammenhängen, in Bildungseinrichtungen und gegen Scham; sie berichten von antiklassistischen Interventionen in der Frauen- und Lesbenbewegung und vermitteln Möglichkeiten, sich gegen das Jobcenter oder gegen Vermieter*innen zu organisieren.

 

Mehr Infos zum Sammelband:
https://www.unrast-verlag.de/…/solidarisch-gegen…

Zum Facebook-Event

Für Online Veranstaltungen Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/82316725031?pwd=c0VKSVhVN29CMFRRY1M0OUM3U1hudz09
Meeting-ID: 823 1672 5031
Kenncode: 903138
Der Raum wird für max. 100 Personen geöffnet sein!

17.11., 19 Uhr: SALON BILDUNG meets Solidarisch gegen Klassismus

Mit: Olja Alvir, Regina Amer, Betina Aumair, Jan Niggemann, Francis Seeck, Brigitte Theißl
Moderation: Rainer Hackauf
Webinar: Link kommt kurz vor Beginn!

Für Online Veranstaltungen Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/82316725031?pwd=c0VKSVhVN29CMFRRY1M0OUM3U1hudz09
Meeting-ID: 823 1672 5031
Kenncode: 903138
Der Raum wird für max. 100 Personen geöffnet sein!

Zum Facebook-Event

 

 

Digitale ANTIFASCHISTISCHE & FEMINISTISCHE Aktionstage zum Gedenkort KZ Uckermark 3.-9-8-2020

ANTIFASCHISTISCHE & FEMINISTISCHE AKTIONSTAGE ZUM GEDENKORT EHEMALIGES KZ UCKERMARK
Digitale Aktionstage vom 03. – 09.08.2020
Führungen vor Ort (nach Anmeldung) 13.- 15.08.2020
Die Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V. arbeitet daran, die Geschichte des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers zu erforschen, Kontakt zu Überlebenden und ihren Angehörigen zu suchen und zu erhalten und auf dem Gelände einen würdigen Gedenkort zu gestalten. Ein Teil dieser Arbeit sind jährlich stattfindende Bau- und Begegnungscamps
Dieses Jahr wird das Bau- und Begegnungscamp aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht wie geplant über einen
längeren Zeitraum stattfinden können. Stattdessen wird es eine digitale Aktionswoche und einige Führungen
vor Ort geben (Details sind im Flyer). Eingeladen sind alle, die das Gelände kennenlernen wollen und Interesse haben, sich mit der Geschichte des Ortes und antifaschistischer Erinnerungspolitik zu beschäftigen. Bitte meldet euch vorher an unter bau-begegnungscamp@web.de

Der Gedenkort ehem. KZ Uckermark ist offen zugänglich. Seit diesem Jahr gibt es eine neue Ausstellung über die Geschichte des Ortes.
Alles Infos findet ihr unter:
Instagram: @gedenkort_uckermark

* Flyer im Anhang *

baucamp_OnlineAKTIONSTAGE

Kostenlos auf Vimeo

Endlich gibt es den Film kostenlos auf Vimeo zum Ansehen und downloaden. Gebt diese Nachricht gerne weiter!

31.3.2020 Antifaschismus braucht starke Bündnisse

19.00 Uhr – AQUARIUM, Skalitzer Str. 6, Berlin, U-Bhf Kottbusser Tor

Antifaschistische Veranstaltung zur 75. Befreiungsfeier von Ravensbrück

Am 19. April 2020 wird der 75. Jahrestag der Befreiung des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück begangen. Wie derzeit auch an anderen Orten wie bspw. dem Marzahner Parkfriedhof im Januar 2020 erwarten Antifaschist*innen dort erinnerungspolitische Konflikte. Seit 2018 mussten sie sich hier mit dem geschichtspolitisch exklusiven Agieren der rechts-konservativen polnischen PiS Regierung und ihrer Anhänger sowie dem Auftreten rechtsextremer Polen mit Fahnen der Narodowe Siły Zbrojne (NSZ, Nationale Streitkräfte) auseinander setzen. Dahinter stehen erinnerungspolitische Konflikte, wie sie sowohl in Deutschland als auch in Polen ausgetragen werden. Antifaschist*innen in beiden Ländern kritisieren positives Erinnern der Angehörigen von Tätergruppen, denn dies leugnet deren Verantwortung für Verbrechen. Zudem verfälschen die Nicht-Anerkennung von Opfergruppen (bspw. von Zwangsarbeiter*innen oder Opfern der Massaker in Griechenland und Italien) und das exklusive Beachten nur ausgewählter Gruppen das Geschichtsbewusstsein und damit verbundene Rechtsansprüche. 2020 ist mit einer massiven Mobilisierung rechts-nationalistischer polnischer Gruppen zu rechnen. Unklar ist, wie sich die Brandenburger AfD in diesem Jahr verhält. Die aktuell geltende Besuchsordnung der Mahn- und Gedenkstätte verbietet das Zeigen „extremistischer Symbole“ – worunter die Polnische Botschaft auch die „Antifa-Fahne“ zählt. Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück bittet darum, während der offiziellen Gedenkveranstaltung auf das „Zeigen politischer Botschaften“ zu verzichten.

Wir fragen uns, wie wir mit faschistischem, nationalistischem Gedenken auf der Befreiungsfeier umgehen wollen und welche Bündnisse wir brauchen, um ein antifaschistisches Gedenken zu ermöglichen?

Bei der Veranstaltung sprechen Mitglieder der deutschen Lagergemeinschaft Ravensbrück Freundeskreis e.V. (LGRF), der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V. und des VVN dazu, wer konkret die polnischen Teilnehmenden der letzten Jahre waren und wie sie politisch einzuschätzen sind, zur aktuellen Geschichtspolitik der rechts-nationalistischen PiS-Regierung und der prinzipiellen Frage, welchen Stellenwert das Mahnen und Gedenken bei der Befreiungsfeier in Ravensbrück hat und auf welche Weise der antifaschistische Aspekt „Nie wieder Faschismus“ eine umkämpfte Forderung geworden ist. Gemeinsam möchten wir mit euch diskutieren, wie transnationale inklusive Geschichtspolitik von unten aussehen kann und wie wir unseren Ansatz von unteilbarem Opfergedenken und Kritik an jedem Rassismus und Antisemitismus auch bei der Gedenkfeier in Ravensbrück 2020 deutlich sichtbar zum Ausdruck bringen können

Veranstalter*innen: Lagergemeinschaft Ravensbrück Freundeskreis e.V. , Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V., Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschist*innen (VVN/BdA)

Die Veranstaltung ist ausschließlich für Antifaschist*innen. Die Veranstalter*innen behalten sich vor, Menschen mit rassistischen, antisemitischen oder homophoben Ansichten den Zugang zur Veranstaltung zu verwehren.
Einladung zum Download/weiterleiten

19.4.2020 Gedenkfeier zum 75.Jahrestag der Befreiung

10 Uhr: Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Straße der Nationen, Fürstenberg/Havel

75. Jahrestag der Befreiung des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück

Wir laden euch/Sie ein, auch auf der Gedenk- und Befreiungsfeier des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück am 19.04.2020 um 10.00 Uhr gemeinsam mit uns präsent zu sein. Wir wollen damit gegen das erwartete Auftreten von Nationalist*innen ein feministisches antifaschistisches Zeichen setzen.

Antifaschismus braucht starke Bündnisse.

Programm zu den diesjährigen Befreiungsfeierlichkeiten: https://www.ravensbrueck-sbg.de

 

18..4.2020 Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung

http://www.gedenkort-kz-uckermark.de/info/aktuelles.htm

5 Uhr: Gedenkfeier Uckermarkgelände

75. Jahrestag der Befreiung

Am Samstag, dem 18.04.2020 findet eine Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers und späteren Vernichtungsorts Uckermark statt, mit Redebeiträgen und Musikbegleitung.

Mit Verdolmetschung Polnisch/Englisch.

Anschließend Eröffnung der neuen Ausstellung und Rundgang

Shuttle ab 14.30 Uhr vor dem Besucher*inneninformationszentrum (BIZ) der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Bei schlechtem Wetter wird ein Alternativort für die Gedenkfeier ausgeschildert bzw. auf unserer Website bekannt gegeben.

2020_Gedenkfeier_Uckermark

18. April 2020

11:30 Uhr: Neuer Gedenkort, auf dem Gelände des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück.

Enthüllung eines Gedenkzeichens für die Frauen, die Sex-Zwangsarbeit leisten mussten

Veranstalterin: Projektgruppe Ravensbrück (Bielefeld)

17 Uhr:  Großes Zelt, auf dem Gelände des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück

Konzert:  Bejaranos & Microphone Mafia

Filmvorführung 5.12.2019 in Wien

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe  „Asozialität“ und Politische Bildung
Kontinuitäten der Stigmatisierung von vermeintlich „Leistungsunwilligen“ (http://www.demokratiezentrum.org/veranstaltungen.html) wird der Film „…dass das heute noch immer so ist-Kontinuitäten der Ausgrenzung“ am 5.12.2019  um 16.45 Uhr in der Universität Wien, Seminarraum 5, 1. UG, Währingerstraße 29, 1090 Wien gezeigt. Zum anschließenden GEspräch werden Heike Rode und  Petra Vois von der Initiative für einen Gedenkort KZ Uckermark anwesend sein.

Veranstaltungsreihe

„Asozialität“ und Politische Bildung
Kontinuitäten der Stigmatisierung von vermeintlich „Leistungsunwilligen“

Zeit: Oktober 2019 bis Jänner 2020, Beginn jeweils 16:45 (pünktlich)
Ort: Universität Wien, Seminarraum 5, 1. UG, Währingerstraße 29, 1090 Wien
VeranstalterInnen: Demokratiezentrum Wien, Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität Wien, Institut für Konfliktforschung (IKF), Conflict-Peace-Democracy Cluster (CPDC)

Ausgangspunkt der Vortragsreihe ist die nationalsozialistische Verfolgung von Menschen, die als „Asoziale“ stigmatisiert wurden. Anhand dieses Referenzrahmens soll den Kontinuitäten dieser Stigmatisierung in aktuellen Diskursen über und Bildern von „Asozialität“, „Arbeitsscheu“ oder „amoralischem Lebenswandel“ nachgegangen werden. Dass damit verbundene (Ausgrenzungs-) Absichten bis heute nicht an Wirkmächtigkeit verloren haben, hat nicht zuletzt mit der mangelnden gesellschaftlichen Auseinandersetzung und Aufarbeitung der Geschichte dieser Opfergruppe zu tun.

Vor diesem Hintergrund soll in der Vortragsreihe der Frage nachgegangen werden, inwiefern in den aktuellen Diskursen über Bettelei, „Sozialmissbrauch/“Sozialschmarotzer*innentum“ im Nationalsozialismus geschaffene Bilder bis heute fortwirken und welchen Beitrag Politische Bildung zur Bearbeitung selbiger leisten könnte.

Detailinformationen finden Sie im Flyer

Programm

10.10.2019
Julia Hörath: „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ in den Konzentrationslagern 1933 bis 1938
Anschließend: Podiumsdiskussion mit Julia Hörath, Sylvia Köchl und Andreas Kranebitter

24.10.2019
Helga Amesberger & Brigitte Halbmayr: Verfolgung von Frauen als „Asoziale“ während des Nationalsozialismus und Kontinuitäten der Ausgrenzung nach 1945

7.11.2019
Markus Rheindorf: Diskurse der Abwertung. Diskursanalytische Perspektiven zur österreichischen Politik

14.11.2019
Ferdinand Koller: „Schulterschluss gegen kriminelle Bettler-Banden“.  Antiziganistische Diskurse in Österreich

21.11.2019
Ulli Gladik – Filmvorführung von „Natasha. Porträt einer bulgariischen Bettlerin“ und Gespräch

5.12.2019
Heike Rode – Filmvorführung von „… dass das heute noch immer so ist – Kontinuitäten der Ausgrenzung“ und Vortrag über Möglichkeiten in der antidiskriminierenden Bildungsarbeit

12.12.2019
Elke Rajal: „Asozialität“ als Thema der Politischen Bildung – Möglichkeiten der didaktischen Umsetzung

9.1.2020
Judith Goetz: „Wer nicht arbeitet, soll nicht …“ – Sozialdarwinismus, Klassismus und Rechtsextremismus

16.1.2020
Susanne Gerull: Obdachlosenfeindlichkeit. Von gesellschaftlicher Stigmatisierung bis zur Hasskriminalität

Das Mädchenkonzentrationslager Uckermark-Dokumentarfilme

Das Mädchenkonzentrationslager Uckermark- Dokumentarfilme von Andrea Behrendt jetzt auf youtube:

Warum Filme über Mädchen-KZ?

Andrea Behrendt über ihre Dokumentationen, die morgen Premiere haben / Die Filmemacherin und Medienpädagogin interviewte ehemalige Häftlinge

  • 13.09.2006
  • Neues Deutschland, Fragen: Maja Schuster
ND: Sie haben zwei Filme über das 1942 errichtete Mädchen-Konzentrationslager Uckermark gedreht. Auf dem Gelände entstand im Januar 1945 noch ein Vernichtungslager für Häftlinge des nahen KZ Ravensbrück. Ihre Filme sind die ersten visuellen Dokumente zu diesem Thema. Was hat Sie dazu veranlasst, sich so intensiv mit diesem Aspekt des faschistischen Terrors zu befassen?
Behrendt: Ich beschäftige mich schon seit den 90er Jahren mit dem Thema. Als ich 1995 im Rahmen der Gedenkfeier zum 50. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers in Ravensbrück war, war das Gelände des Mädchen-KZ, das nicht weit entfernt vom Gelände des KZ Ravensbrück liegt, nicht öffentlich zugänglich. Zu sehen waren lediglich ein paar Lastwagenhallen, denn das Gelände wurde nach 1945 militärisch genutzt. Erst von der sowjetischen Armee, dann von den Truppen der GUS. 1997 fand ein erstes Workcamp auf dem Gelände statt. Ungefähr zeitgleich konzipierte eine Berliner Frauen-Lesben-Gruppe die Ausstellung »Wir durften ja nicht sprechen«. Ich habe damals mit ein paar anderen Frauen diese Ausstellung nach Bielefeld geholt und ein umfangreiches Rahmenprogramm veranstaltet. Es hat mich einfach interessiert, mehr über diesen Ort zu erfahren.

1970 wurde das Mädchenkonzentrationslager offiziell als KZ anerkannt. Erst 35 Jahre später fand die erste offizielle Gedenkfeier auf dem Gelände statt. Wie erklären Sie sich, dass dieser Ort bis dahin fast vergessen wurde?
Ich glaube, dass es dafür mehrere Gründe gibt. Erstens hatten viele der Mädchen, die in das Mädchen-KZ Uckermark kamen und als »Asoziale« stigmatisiert wurden, nach 1945 keine Lobby. Ganz im Gegenteil: sie wurden weiterhin diskriminiert. Des Weiteren war der Zutritt zum Gelände erst seit 1994 möglich – seit dem endgültigen Abzug der GUS-Truppen. Die Reste des Lagers waren schließlich nicht mehr sichtbar. 1997 im Rahmen des ersten autonomen Frauen-Lesben-Transgender Baucamps fanden Ausgrabungen statt, bei denen man auf Erinnerungsstücke und Reste von Gebäuden stieß. Außerdem wollten viele der Überlebenden über die Grausamkeiten, die sie erlebt hatten, nicht sprechen.

Ihnen ist es gelungen, zwei Zeitzeuginnen zu befragen. Am Donnerstag zeigen Sie die beiden Filme mit Ausschnitten dieser Interviews. Wie sind die Streifen entstanden und worum geht es darin?
Die Idee für die Filme entstand im Rahmen der Vorbereitung für das Camp 2005. Der Film »Das nannte man asozial – Das Mädchenkonzentrationslager Uckermark« ist ein Film über das Leben in diesem KZ. Der Streifen dokumentiert die Lebensbedingungen der Inhaftierten und ist der Versuch der Darstellung der grausamen Geschichte dieses Ortes. Der zweite Film »Das sowas halt nie wieder passiert« ist eine Dokumentation über die erste Gedenkfeier, die erst 60 Jahre nach der Befreiung stattfand. In diesem Film kommen auch Teilnehmerinnen des Camps zu Wort, die sich zum Thema »Gedenken« äußern.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft dieses Ortes?
Ich hoffe, dass durch die Filme noch mehr Leute auf das Thema gestoßen werden. Ansonsten hoffe ich, dass auch in den nächsten Jahren weiter geforscht wird und dass der Ort ein Ort des Erinnerns und nicht des Vergessens sein wird.

Older posts